Bekannte Weinlagen in der Ferienregion Mittelmosel-Kondelwald

 Kröver Nacktarsch

Die Geschichte einer weltbekannten Weinlage

Kröver Nacktarsch ist eine uralte, volkstümliche Weinlagenbezeichnung in Kröv, die sich in Familienaufzeichnungen bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Um den Namen "Kröver Nacktarsch" ranken sich manche Legenden, wie bei so vielen liebgewordenen Dingen und Ereignissen.

Die Sprachforscher meinen, der Name komme vom Wort "Nektar", dem Göttertrank in den antiken Sagen, da der Weinanbau an der Mosel bis in römische Zeiten zurückreiche.
Ein langes Gedicht führt den Ursprung poetisch bis in König Etzels Tage hin, da er bei seinem Siegeszug durch Europa auch in Kröv verweilte.

Der unvergessene "Jungle Dick", ein Kröver Original, der zu seinen Lebzeiten so viel zur Popularität des Nacktarsch-Weines beigetragen hat, führte den Namen auf den Ritter Götz von Berlichingen zurück. Er besang in einem Gedicht, wie dieser in seiner "Reichsschenke" mit dem gleichen Namen einst rastete und von dem guten "Kröver" begeistert war.

Eine andere Legende sagt, das Kloster Wolf habe dort eine felsige, kahle Kuppe besessen und diese erst gerodet und mit Reben bepflanzt, nachdem rundum schon lange Wingertsberg war. Als die erste Ernte eingebracht wurde, riefen die Patres voll Begeisterung: "Wer hätte das von diesem nackigen Arsch gedacht, dass er so reichlichen und guten Wein liefern würde!"

In Kröv hatten früher viele große und angesehene Klöster Besitz, da sie den guten Kröver Wein begehrten. Die prächtigen Weinhöfe der Abteien Echternach, Stablo, Springiersbach, Steinfeld, Himmerod, der Karthäuser, der Jesuiten, der Macherner und der grauen Schwestern prägen heute noch das Ortsbild. Die mächtigen, großen Abteien hatten ein eigenes Weistum und einen eigenen Dingvogt, damit die Weinberge durch die Pächter auch ordnungsgemäß gebaut und vor allem, dass im Herbst die Trauben zur rechten Zeit gelesen und richtig zur Kelter geliefert wurden. Die Sage erzählt, eines dieser Klöster habe mit den Winzern diese Vereinbarung getroffen, das als Entgelt für die Jahresarbeit im Wingert den Bauleuten ein Tag freie Lese in den Klosterweinbergen zu ihren Gunsten zugestanden wurde. Natürlich beeilten sich die guten Leutchen an einem solchen Erntetage ganz besonders, der ja ganz zu ihrem Nutzen ging. Einem Klostervogt missfiel das schon lange. Er sann auf Abhilfe und hatte einen ganz besonders schlauen Einfall.

Da während des "Herbstes" die Leser vom Kloster verköstigt wurden, ließ er in aller Frühe ein Schwein schlachten und es gab fette Metzelsuppe mit reichlich Wellfleisch bereits zum Frühstück. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Ein Rumoren in den Därmen begann und bald führte der Genuss des frischen Fleisches zu einem starken Durchfall, sodass die Ernte immer wieder unterbrochen werden musste. Nur einer ließ sich durch dieses menschliche Rühren nicht aufhalten. Kurzerhand zog er Hose und Kittel aus, ließ fallen was nicht aufzuhalten war und las unbeirrt seine Trauben weiter. Ärgerlich rief der Klostervogt: "Also über diesen Nacktarsch bin ich doch nicht Herr geworden!" So soll dieser Weinlagen-Name entstanden sein.

Eine sehr volkstümliche Darstellung des Nacktarsch-Namens, und auch wohl die bekannteste, findet man auf dem Etikett, welches gewiss eines der bekanntesten Flaschenschilder der Welt ist. Ein paar Lausbuben haben es den Erwachsenen nachgetan und im Keller eine Weinprobe veranstaltet. Der Küfer erscheint, packt einen der Jungen am Wickel und versohlt ihm das blanke Hinterteil. Die Umschrift dazu lautet:

 
Was begeistert Alte loben,
Moselwein, das edle Naß,
wollt die Kröver Jugend proben,
tief im Keller, Faß an Faß.
Der Küfer sah's mit Bangen
und wurde grob und barsch,
er haut den kleinen Rangen
den blanken, nackten Arsch.

Textauszug aus der Schrift von Frau Gudrun Hüls-Beth

    

Das Gedicht des Ritter Götz von Berlichingen 

finden Sie in handschriftlicher Fassung aus dem Jahre 1932 in der
Reichsschenke "Zum Ritter Götz"
Robert-Schuman-Straße, Kröv

Das Gedicht zum downloaden

 Trink Reiler Wein
vom heißen Stein

Die Sage vom Pfalzgraf und dem Teufel

Es war einmal ein Reiler Pfalzgraf, der hatte seine Seele in einer schwachen Minute an den Teufel verpfändet. Das bedauerte der Pfalzgraf sehr und wollte seine Seele gerne zurückerhalten. Dafür hatte er dem Teufel bereits alle Weine der Welt angeboten, dieser lehnte aber immer wieder ab.

Schon rieb sich der Geschwänzte die Hände und begann unter dem Reiler Schieferweinberg zu heizen um das Höllenfeuer für die Seele des armen Reiler Pfalzgrafen zu schüren. Da wuchs dort, wo der Teufel tief unten das höllische Feuer entfacht hatte, ein Moselwein, so gut wie ihn der edle Pfalzgraf noch nie geschmeckt hatte. So nahm er sich ein Herz und kredenzte seinem Widersacher einen Probetrunk. Kaum verspürte der Zottige einen Tropfen davon auf der Zunge, vergaß er Opfer und Ofen und schmatzte laut:

"Endlich der Tropfen vom heißen Stein!"

Der Pfalzgraf wusste nun, womit er seine Keller künftig füllen würde und die Weinbergslage hatte ihren Namen gefunden, der bis heute an diese Geschichte erinnert.

 
     

S U C E L L U S

Der gallo-römische Schutzgott der Winzer und Küfer

 
Ein Relief dieses bärtigen Gottes mit Schlegel, Traube und Fässern wurde 1976 bei Ausgrabungen in den Resten einer römischen Villa bei Kinheim, Ortsteil Kindel gefunden, und stammt aus stilistischen Gründen sicher aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts.

Nach allgemeiner Auffassung bedeutet SUCELLUS etymologisch "der gut zuschlägt". Das bezieht sich zweifellos auf den kräftigen Schlegel in seiner rechten Hand, mit dem man unter zur Hilfenahme eines kleinen Hammers die Reifen der Fassdauben trieb.

Demnach war SUCELLUS als Schutzgott der Küfer bekannt. Man hatte SUCELLUS schon immer in Verbindung mit Wein gebracht, doch die spezielle Beziehung zum Wein konnte erst im Jahre 1976 beim Fund eines Hochreliefs dieses Gottes eindeutig nachgewiesen werden.

Sein gegürtetes und gebundenes Untergewand, darüber trägt er einen mit einer Schnalle gehaltenen Mantel, bildet über der Brust einen Bausch, in dem er eine übergroße Weintraube mit Blättern hält.
Diese Traube lässt die direkte Zuständigkeit des SUCELLUS für die Reben und eine reiche Ernte erkennen.
Hinter ihm liegen zweimal zwei Daubenfässer übereinander gestapelt. Diese Fässer sind wiederum ein Hinweis auf die Weinerzeugung und die Kellertechnik, die offenbar ebenfalls seinem Einfluss unterlagen. Bezeichnend ist hier, dass nicht nur die Gottheit selbst ein Gallier ist, sondern auch seine Attribute, die Holzfässer, eine gallische Erfindung sind.
Heute finden Sie die original SUCELLUS Relieffigur im Rheinischen Landesmuseum Trier.

 
     

 

Reiler Weinlagen

  Reiler vom heißen Stein
Reiler Goldlay
Reiler Falklay
Reiler Mullay-Hofberg
Reiler Sorentberg

 

Kröver Weinlagen

  Kröver Nacktarsch
Kröver Paradies
Kröver Letterlay
Kröver Steffensberg
Kröver Kirchlay
Kröver Herrenberg
Kröver Burglay

 

Kinheimer Weinlagen

  Kinheimer Hubertuslay
Kinheimer Rosenberg
Kinheimer Römerhang

Bausendorfer Weinlagen

  Bausendorfer Herzlay