Geschichtliches zu Willwerscheid

 

Auf der Gemarkung Willwerscheid befindet sich im Strikt Thommen (lateinisch tumulus = Grabhügel) eine Grabanlage, die vermutlich zu einer römischen Wach- und Signalstation gehörte, die auf einer Anhöhe abseits der Heerstraße Trier-Andernach stand.

 

Urkundlich taucht das in Wälder gebettet Dörfchen erst 1507 unter dem Namen Wulfferscheidt auf. 1569 wird es dann Wilwerschit genannt.

Seine Entstehung geht in die Rodungszeit des 12. Jahrhundert zurück.


Näheres über den mittelalterlichen Ort geht aus dem Willwerscheider Weistum der Abtei Springiersbach von 1507 hervor. Danach war der Abt dieses Klosters alleiniger Grund-, Lehns- und Gerichtsherr zu Willwerscheid.

 

1425 versuchten die dortigen Lehnleute die Grundherrschaft der Abtei abzuschütteln, sind vor dem zuständigen Gericht aber gescheitert.

Die Vogtei (Gerichtsbarkeit) übertrug die Abtei den Grafen von Manderscheid, denen die Lehnleute die Vogtsteuer entrichten mussten.

Nach einem Güterverzeichnis der Abtei von 1789 waren Grund und Boden in Willwerscheid als Erblehen an sieben Familien vergeben. Daraus zog die Abtei jährlich insgesamt nur den geringen Ertrag von 63 Reichstalern.

 

Mit dem Einmarsch der Franzosen 1794 ging die Springiersbacher Herrschaft in Willwerscheid zu Ende. Aus den Untertanen der Abtei wurden freie Bürger auf eigenem Grund und Boden.

Das Dorf wurde als selbstständige Gemeinde 1800 der Mairie Neuerburg und 1816 der gleichnamigen Bürgermeisterei zugeordnet.

Ab 1794 stand Willwerscheid somit unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königlischen Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

 



  Druckversion